Kolibri oder Schildkröte? Die etwas andere Wahrheit über die Lebenserwartung

Schnall dich an, denn im heutigen Blog-Artikel wirst du mit einem neuen Paradigma konfrontiert, welches in die vollständige Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung mündet.

Denn einmal mehr haben wir es (grösstenteils) selbst in der Hand, welche Qualität unser Leben mit sich bringt. Entscheide dich also, ob du bereit bist, Verantwortung für dich zu übernehmen oder ob du lieber auf günstigere Umstände im Aussen warten willst.

Dieses etwas andere (Lebens-) Konzept basiert auf dem Buch Faul leben, länger leben von Dr. rer. nat. Inge Hofmann. Sie studierte Lebensmittelchemie und Biochemie und wurde im Jahr 2000 mit dem Journalistenpreis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ausgezeichnet.

Ihre These lautet:

Nicht die verstrichene Zeit bestimmt das Alter, sondern die bisher verbrauchte Lebensenergie.

Hofmann plädiert dafür, biologische Faulheit zu pflegen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass Faulsein Vitalität und Lebensfreude schenkt und überhaupt das Überlebensgeheimnis in einer immer schneller werdenden Welt ist. Biologische Faulheit bedeutet nicht Nichtstun, sondern ein Leben an der biologischen Ideallinie. Die weiteren Ausführungen in diesem Blog-Artikel sollen dich sukzessive an deine biologische Ideallinie heranführen.

Doch lass uns kurz ausholen – es lohnt sich!

Die Herleitung der oben genannt These findet ihren Ursprung in der Zoologie. Forscher interessierten sich für den Energieverbrauch verschiedenster Tiere und fanden heraus, dass grosse Unterschiede im Lebenstempo herrschen: So lebt der Kolibri, der ständig in Bewegung ist, oder auch die kurzatmende Maus sehr energieaufwendig, während die trägen  Elefanten, Krokodile oder Schildkröten, mit ihren Ressourcen äusserst sparsam umgehen. Die Slow-down-Tierarten werden generell mit einem langen und gesunden Leben belohnt. Das Lebenstempo bestimmt also, wie schnell ein Organismus dem Zahn der Zeit erliegt. Das zunächst simpel erscheinende Ergebnis: Leben ist Energieverbrauch. Je rascher diese Energie verbraucht wird, desto schneller verschleisst sich ein Organismus.

Bim, bim, bim – Klingelt‘s bei dir auch?

Kolibri?

oder

Schildkröte?

Der genannte Zusammenhang zwischen Lebenstempo und Energieverbrauch ist geradezu ein neues Grundgesetz des Lebens und lässt sich ebenfalls auf den Menschen übertragen.

Ein weiteres Ergebnis der Forscher:

Jedem Lebewesen (also auch dem Mensch), steht von Geburt an der gleiche Vorrat an Energie pro Körpermasseneinheit zur Verfügung, etwa 2500 Kilojoule pro Gramm Körpergewicht.

Ist diese Energie verbraucht, ist das Leben zu Ende!

(Unfall oder Krankheit einmal ausgeschlossen)

Je schneller also die Lebensbriketts verfeuert werden, je heller also die innere Stoffwechselflamme brennt, desto kürzer fällt die tatsächliche Lebenserwartung aus.

Vereinfacht bedeutet dies: Menschen (oder Tiere), die immer in Aktion und Bewegung sind, verbrauchen ihr Lebenselixier schneller, als solche, die ihr Dasein mit mehr innerer und äusserer Ruhe und Ausgeglichenheit angehen.

Und plötzlich taucht die Frage auf: Wo verpuffe ich (unnötig) meine Lebensenergie?

 

Hofmann erläutert ausführlich, wie der Verbrauch der Lebensenergie verlangsamt werden kann.

Hier meine Auswahl der 3 besten Lifehacks:

(Klammerbemerkung: Wie erwartet sind uns alle Lifehacks schon längst bekannt und versprechen keine Weltneuheit. Doch wir Menschen sind Gewohnheitstiere, welche ständig den Spiegel vorgehalten bekommen müssen, damit sie eventuell und irgendwann aufwachen und sich in Richtung Veränderung bewegen.)

 

Deshalb meine Empfehlung an dich: lies einfach weiter!

 

1) Gleichgewicht zwischen Aktivität und Ruhe

Mehrmals täglich variieren unser Leistungsniveau und die Stimmungslage. Der Körper signalisiert im energetischen Tiefpunkt sein Bedürfnis nach Pause und Ruhe. Forschungen belegen, dass sich alle wichtigen seelisch-körperlichen Systeme (vegetatives Nervensystem, Hormonsystem, Immunsystem) alle 90- bis 120 Minuten durch die Ausschüttung von Botenstoffen selbst regenerieren. Während dieser Phase finden entscheidende Heil- und Wachstumsprozesse statt, die den gesamten Körper mit neuer Energie versorgen. Hofmann empfiehlt alle 90 bis 120 Minuten ein Pause von ca. 20 Minuten.

Fazit: Wenn du möglichst in diesem Bio-Rhythmus lebst, sprich dir regelmässig Pausen gönnst, kannst du auf ganz natürliche Weise deine Leistungsfähigkeit steigern. Denn wer pausenlos durcharbeitet erlebt keine Leistungsspitzen (die sehr produktiv sind), sondern erreicht nur ein mittelmässiges Potenzial.

 

2) Atmung: Der Weg zur inneren Ruhe

Auch hier wiederum nichts neues, aber ehrlich gesagt, findet es in unserem Alltag viel zu wenig Beachtung: das Atmen.Durch kaum einen anderen Vorgang können wir das Lebenstempo besser steuern (und vor allem verlangsamen) wie durch das Atmen. Die Atmung reguliert den Sauerstoff- und Kohlendioxidspiegel im Körper. Beim Einatmen tanken wir Sauerstoff, beim Ausatmen scheiden wir überflüssiges Kohlendioxid und andere mit der Luft eingeatmete Gase, Staubpartikel oder gar Krankheitserreger aus. Gerade in Stresssituationen, Angstzuständen oder wenn wir unter Leistungsdruck stehen, atmen wir zu oberflächlich – also nicht in den Bauch hinein, sondern nur bis zum Brustkorb. Der Organismus erhält dadurch zu wenig Sauerstoff und schaltet auf Sparflamme. Wir werden müde, und fühlen uns zusehends unwohl. Tiefe Bauchatmung hingegen aktiviert im Gehirn Wohlfühl-Botenstoffe (sogenannt Endorphine, die uns locker und entspannt werden lassen), verbessert die Durchblutung und stimuliert die Immunabwehr und Verdauung.

Tipps:

Bewege dich viel im Freien an der frischen Luft.

Sorge in Räumen für ausreichend Frischluft, auch im Schlafzimmer.

Beobachte mehrmals täglich deinen Atem. Fliesst er ungehindert bis hinunter in den Bauch? Wenn nicht, konzentriere dich ein paar Minuten auf den Atem und atme langsam und tief ein und wieder aus.

 

3) Mittagsschläfchen gefällig?

Über den Nutzen und die Relevanz hinsichtlich Schlaf möchte ich nicht näher eingehen, da dies mittlerweile breit gestreutes Wissen ist. Doch: das Mittagsschläfchen verdient meinen ausdrücklichen Fokus. Forscher haben herausgefunden, dass Versuchspersonen nach einem Nickerchen bei der Arbeit schneller reagieren, aufmerksamer und konzentrierter sind und besser gelaunt sind als Kollegen ohne Mittagsschlaf. Auch deine Lebensenergie zerrinnt nicht so schnell, wenn du tagsüber eine kleine Schlafpause einlegst. Hier einige Anregungen dazu:Die beste Zeit für ein Nickerchen ist am frühen Nachmittag, wenn wir uns also im biologischen Tief befinden. Pssst, an alle Mamis oder Papis: Führt bei den Kindern eine Mittagspause ein. Währenddessen legst du dich für 20 Minuten aufs Ohr. Das wirkt Wunder!Das Schläfchen soll zwischen 10 und 30 Minuten dauern. Wer länger schläft, gerät aus dem Rhythmus und benötigt lang, bis er sich wieder fit fühlt.

Wenn du kein Mittagsschläfchen machen kannst, nimm dir vor dem Abendessen, einer bevorstehenden Präsentation oder sonst vor wichtigen Anlässen Zeit, um deinen Körper mit einer Kurzpause zu mehr Leistung zu verhelfen.

 

Nebst dem Ernten von zusätzlichen Lebensjahren, resultiert aus dem Praktizieren biologischer Faulheit ein weiterer Vorteil: Du legst dir biologische Reserven für Notfälle an. Wenn du ständig am Limit gehst, wirst du bei Extrembelastungen keine extra Leistungskapazität zur Verfügung haben. Da du immer kurz vor dem roten Bereich stehst, gerätst du schnell in ein Energiedefizit oder gar in häufige krankhafte Phasen. Umgekehrt regeneriert sich ein Körper, der an seiner biologischen Ideallinie lebt, bei Unfällen oder Verletzungen schneller als ein erschöpfter Organismus.

 

Deshalb denk daran:

Sobald ein Mensch das Licht der Welt erblickt, beginnt seine Uhr gnadenlos zu ticken. Die Lebensenergie verrinnt unaufhörlich und vor allem unwiederbringlich – sie kann also nicht zurückgeholt werden. Einmal gezündet, laufen biologische Vorgänge mit einer geradezu unerbittlichen Konsequenz ab.

Entscheide also selbst, ob du in einer nächsten Stresssituation das Wasserglas, gefüllt mit deiner Lebensenergie, ausschütten willst oder nicht.

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